COUNTDOWN. Noch DREI TAGE!!!

Einen guten Abend euch allen!

Am 12.6. (21 Uhr MESZ) ist es soweit! Das deutsche Nationalteam bestreitet sein erstes Spiel bei der EM 2016. Passend dazu gibt’s ELF Stunden vor dem Anpfiff ein Interview mit einem ehem. Mitglied des TEAMs hinter der NationalMANNSCHAFT!!! TOP interessant. Super INFORMATIV. FUßBALL pur. Und in der Form NUR HIER AUF QUERGEDACHT BY LISA SCHATZ!!!

Eure

Lisa Blue

Benefizspiel in Schwarzenfeld

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Die erste Auflage von „TEAM BANANENFLANKE meets FRIENDS“ war ein Tag mit vielen tollen Begegnungen. Das Spiel in Schwarzenfeld soll – wie im vergangenen Jahr in Vilzing – ein „voller Erfolg“ (Stefan Plötz) werden. Foto: Team Bananenflanke e.V.

Guter Zweck. Am Samstag, 11. Juni, spielt eine Mannschaft Prominenter um 15 Uhr für das Team Bananenflanke gegen den 1. FC Schwarzenfeld. Das Team um Mario Neunaber, Tobias Schweinsteiger, Tobias Rau, Michael Hofmann & Co. tritt unter der Leitung von Ex-Nationalspieler Hans Dorfner in Schwarzenfeld an. Sämtliche Einnahmen kommen dem Verein Team Bananenflanke e.V.  zu Gute.

 

Wie aus einem „Ich ruf da einfach mal an“ ein Benefizspiel wurde

Die Veranstaltungsreihe „Team Bananenflanke meets friends“ geht in die zweite Runde. Im vergangenen Jahr trat ein Team, bestehend aus zahlreichen Ex-Profis, gegen die DJK Vilzing an. In diesem Jahr findet das Benefizspiel für die BFL-Profis im oberpfälzischen Schwarzenfeld statt. Wie es dazu gekommen ist? Bernhard Heinisch, Spieler des 1. FC Schwarzenfeld, hatte die Idee. Er hat längere Zeit als Co-Trainer der U19 beim SSV Jahn gearbeitet. Dabei hatte er mitbekommen, dass nach seinem Training das Team Bananenflanke den Platz belegte. Da er durch die Medien bereits einiges über den Verein gehört hatte und „sehr beeindruckt von dem Engagement von Ben Rückerl und Stefan Plötz war“, nahm er über seinen guten Freund Tobias Schweinsteiger Kontakt zu den beiden auf. „Ich wollte das Projekt unbedingt unterstützen und dachte, ich ruf da einfach mal an“. Aus seiner Idee, mit seinem Verein ein Benefizspiel auszurichten, wird am kommenden Samstag Wirklichkeit.

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Ex-Profi Mario Neunaber stellte in diesem Jahr wieder das Prominententeam zusammen. Foto: Team Bananenflanke e.V.

Nicht nur Bernhard Heinisch, sondern auch Mario Neunaber freut sich sehr auf die Partie und auf die „leuchtenden Kinderaugen“. Er hat die Spieler des Prominententeams kontaktiert, alles koordiniert und schließlich die Mannschaft zusammengestellt. Neunaber bleibt bescheiden und meint: „Das, was ich mache, ist wirklich nur ein geringer Teil im Gegensatz zu dem, was Ben und Stefan alles leisten“. Ben Rückerl spielt den Pass zurück und betont: „Mario gebührt Respekt und Anerkennung für die Zusammenstellung des diesjährigen Kaders. Er ist einer, der sich nicht gerne ins Rampenlicht stellt. Wir möchten uns dennoch auf diesem Wege nochmal ganz herzlich dafür bei ihm bedanken, dass wir wieder eine supertolle Truppe zusammenbekommen haben“.

 

„Begegnungen schaffen und Barrieren abbauen“ im Rahmenprogramm

Natürlich hat sich das Organisationsteam auch rund um das Spiel so einiges ausgedacht. Vor dem Spiel  wird es die Möglichkeit geben, bei einer Autogrammstunde mit den Profis Wolfgang Hesl (Arminia Bielefeld) und Patrick Erras (1. FC Nürnberg) ins Gespräch zu kommen. Da beide aus der Region stammen, freuen sie sich sicherlich über den Austausch mit Fans aus der Heimat. In der Halbzeitpause wird sich eine Tanzgruppe des 1. FC Schwarzenfeld präsentieren. Nach dem Spiel werden die Spieler des Prominententeams zusammen im VIP-Bereich essen. Dieser wird laut Rückerl jedoch für alle offen sein, weil es „darum geht, Barrieren abzubauen, Begegnungen zu schaffen, die Kinderherzen höher springen zu lassen sowie Normalität zu schaffen“. Des Weiteren betont der Mitorganisator, dass Wert darauf gelegt werde, dass die Fußballfans an diesem Tag Kontakt zu den Profis haben können. Damit sich „alle (Ex-)Profis wie zuhause fühlen, möchten wir sie zurück zu den  zu den Wurzeln bringen. Das heißt, dass es Blasmusik und Bratwurstsemmeln (Hochdeutsch: Brötchen; Anm. von Lisa Schatz) geben wird. Alles wird relativ geerdet sein, weil wir denken, dass dieses ,Back to the roots‘ auch toll für die Spieler ist in dem Sinne, dass sie an ihre Anfänge im Fußball erinnert werden“. Darüber hinaus werden alle Fußballbegeisterten die Möglichkeit haben, gemeinsam die EM-Spiele zu gucken. Ein Teil der Spieler wird sich schließlich noch in den Regensburger Club Gatsby aufmachen, um dort den Abend ausklingen zu lassen.

 

Große Vorfreude im Organisations- und Promiteam

Rückerl selbst blickt mit tierischer Vorfreude „auf das Spiel in Schwarzenfeld, weil ich zum einen viele Leute vom vergangenen Benefizspiel wieder treffe. Zum anderen kommen neue Spieler dazu, die alle eines gemeinsam haben: Sie spielen für die gute Sache und kassieren dabei kein Geld. Die Jungs wollen wirklich den Kindern helfen und dabei eine Message weitergeben“. Stefan Plötz, Vorstand des Vereins Team Bananenflanke e.V., findet es klasse, dass die BFL-Profis den „persönlichen Kontakt zu Fußballprofis herstellen können, die für sie mit ihrem Teamnamen Fußball spielen“. Er fügt hinzu, dass die BFL-Profis an diesem Tag „einlaufen dürfen und daraus viel für ihr Selbstwertgefühl gewinnen werden. Zudem werden sie an dem Tag im Mittelpunkt stehen und können sich in der Gesellschaft anerkannt und angenommen fühlen“.

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Tobias Schweinsteiger blickt voller Vorfreude auf das Spiel in Schwarzenfeld. Foto: Team Bananenflanke e.V.

Ex-Profi Tobias Schweinsteiger, Botschafter des Vereins Team Bananenflanke e.V., findet es „überragend, dass den Kindern das Gefühl gegeben wird, etwas Besonderes zu sein und dass sie sich wie kleine Fußballprofis fühlen können. Auch das ganze Drumherum ist top professionell“. Am meisten freut er sich darauf, den „Kids ein Lachen ins Gesicht zaubern zu können und darauf, dass wir mit einem coolen Fußballspiel die Zuschauer unterhalten werden“. Mit den positiven Erinnerungen an die letzten Jahre hebt er hervor, dass er sich bei den Events des Vereins „immer wie Zuhause und familiär aufgehoben fühlt“ und dass es ihm „immer riesig Spaß macht, die Jungs und Mädels zu treffen. Es ist schön, Botschafter eines solchen Vereins zu sein, der sich so toll entwickelt hat“. Als solcher hat er auch noch eine direkte Botschafter an alle Leser*innen dieses Artikels…

„An alle Fußballfans: Kommt nach Schwarzenfeld! Ihr werdet einen unvergesslichen Tag erleben, ihr werdet Freude in den Gesichtern der Zuschauer sehen. Es wird einfach ein toller Tag mit vielen Erlebnissen und für einige wird er unvergesslich!“

 

 Wo Entfernung keine Rolle spielt und der Fußball keine Grenzen kennt

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„Begegnungen schaffen“, so lautet eines der Ziele für das Benefizspiel in Schwarzenfeld. Foto: Team Bananenflanke e.V.

Neben Schweinsteiger hat Tobias Rau, ehemaliger Profi beim DSC Arminia Bielefeld, trotz der weiten Strecke von Ostwestfalen nach Schwarzenfeld „spontan zugesagt“. Er habe „jetzt ein Jahr lang an einer Förderschule für körperlich und geistig behinderte Kinder gearbeitet“. Die Arbeit fand er wirklich „schön. Da geht einem das Herz auf – gerade in Verbindung mit Sport, wenn man sieht, wie die Schülerinnen und Schüler aufblühen, obwohl sie große Lasten zu schleppen haben. Deshalb war meine Entscheidung sofort klar. Das Team Bananenflanke kenne ich bisher nur aus Erzählungen. Ich habe viel positives darüber gehört und freue mich deshalb umso mehr, das Team Bananenflanke kennenzulernen, das alles hautnah mitzuerleben, Fußball zu spielen und alte Weggefährten zu treffen“. Michael Hofmann hingegen unterstützt das soziale Projekt schon seit langer Zeit. Er war „von Anfang an mit dabei und fasziniert davon, was da in Regensburg auf die Beine gestellt wurde. Ich hatte während meiner Profikarriere sehr viel Freizeit und fand es sehr wichtig und schön, mich darin auch für dieses wirklich tolle Projekt einzusetzen. Man bekommt so viel zurück und ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Kinder lachen sehe“.

Doch nicht nur Ex-Profis kicken in der Promielf für den guten Zweck. Auch Stefan Dömsödi, Fußballfan, und vielen als „Trommler von Illertissen“ bekannt, setzt sich für die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung ein. „Für mich ist das Spiel etwas sehr besonderes, weil ich als kleines Licht bei den Großen mitspielen darf“, sagt er und gibt zu, „schon ein bisschen aufgeregt“ zu sein. Aber natürlich ist er auch „sehr stolz, dass ich beim Benefizspiel mitwirken darf“. Für ihn ist der Einsatz „eine Herzensangelegenheit und absolut wichtig, weil ich das Ganze für eine wirklich gute Sache halte“.

 

„Dieses Benefizspiel ist keine Selbstverständlichkeit“

Stefan Plötz war von der Einladung des 1. FC Schwarzenfeld begeistert, weil es „nicht selbstverständlich ist, dass ein Verein einfach mal so ein Benefizspiel ausrichtet“. Er selbst „werde ein ganz tolles Gemeinschaftsgefühl mitnehmen – in dem Sinne, wenn ich darauf zurückblicke, wie wir angefangen haben. Die Kinder und Profis werden von Anfang an super miteinander harmonieren. Es ist schon unglaublich, dass jetzt Profis für unsere Sache spielen“. Er ist sich sicher: „Wer den Fußball liebt, der kommt am Samstag nach Schwarzenfeld“. Wer noch darüber nachdenkt, sich das Spiel anzusehen, dem gibt er folgende Worte mit auf dem Weg:

„Kommt alle nach Schwarzenfeld, feiert mit uns ein Fußballspiel der besonderen Art und lasst uns einfach gemeinsam zeigen, dass der Fußball keine Grenzen kennt!“

-> Wer den Tag live miterleben möchte und nicht weiß, wie er zum Sportpark des 1. FC Schwarzenfeld kommt, der findet hier einen Routenplaner.

Teil II des Interviews mit Nico Kempf

Chancen für und durch Inklusionsteams

Welche Chancen liegen – aus Spielersicht – in Inklusionsmannschaften?

Letztendlich bieten die Inklusionsteams den Spielern ohne Handicap große Chancen, weil sie soziale Kompetenzen gewinnen können. Sie lernen mit den Stärken und Schwächen des anderen umzugehen. Natürlich können sie dort auch Fußball spielen. Manchmal ist es so, dass Kinder ohne Handicap lieber in Inklusionsteams aktiv sind, weil sie dort regelmäßig zum Einsatz kommen. In herkömmlichen Teams wären sie vielleicht sogenannte Bankdrücker, wenn sie nicht so gut spielen. Es gibt aber auch das Motiv, dass Kinder ohne Handicap einfach ohne Leistungsdruck spielen möchten. Darüber hinaus gibt es Spieler, die gerne in Inklusionsteams kicken möchten, weil sie dort eine Führungsposition übernehmen können und so Verantwortungsbewusstsein erlernen. Für die Kinder mit Handicap sind Inklusionsmannschaften eine tolle Möglichkeit, Fußball zu spielen, ihrem Hobby nachzugehen. Sie nehmen zusätzlich sehr viel für ihr Alltagsleben mit. Die Vermittlung von Werten, wie Teamgeist oder Disziplin, spielt hierbei eine große Rolle. Ein Kind mit Down-Syndrom ist manchmal vielleicht sehr schnell eingeschnappt, weil es ggf. sehr feinfühlig ist. Aber es lernt durch den Fußball auch mit Misserfolgen umzugehen. Durch Inklusionsmannschaften können vielfältige Chancen für beide Seiten generiert werden.

Welche positiven Auswirkungen haben Inklusionsmannschaften auf das Vereinsleben?

Zunächst mal kann sich ein Verein über ein Inklusionsteam von anderen Vereinen differenzieren. Verein X beispielsweise spielt in der Kreisklasse und engagiert sich nicht im sozialen Bereich. Verein Y spielt auch in der Kreisklasse und engagiert sich im Bereich Behindertenfußball. Verein Y wird sicherlich viele positive Auswirkungen spüren. Die Fußballer mit Handicap werden das Vereinsleben bereichern. Alle Mitglieder werden sich ein Stück weit weiterentwickeln können durch neue Begegnungsmöglichkeiten, die ihren Horizont erweitern. Es ist die Vielfalt des Vereins. Zudem besteht die Chance, neue Mitglieder zu akquirieren. Vielleicht gewinnt er auch indirekt neue Mitglieder. Oft ist es bei Inklusionsteams der Fall, dass sich die Eltern der Kinder mit Behinderung aktiv im Verein engagieren, weil sie sehr dankbar sind, dass ihr Kind dort seinem Hobby nachgehen kann. Auch die Gewinnung von Sponsoren aufgrund des Engagements im Bereich Handicap-Fußball für den Gesamtverein ist keine Seltenheit. Die Chancen sind also immens. Man kann sie aktiv nutzen als Verein. Da spricht nichts dagegen, wenn es eine Win-Win-Situation für beide Parteien darstellt. Das Wohl und der Wille der Spieler sollte aber immer im Vordergrund stehen.

Wie schnell gewöhnen sich Menschen mit und ohne Handicap an ein Zusammenspiel?

Am Anfang gibt es manchmal Unsicherheiten. Sobald aber nach den ersten Trainingseinheiten ein paar Reibereien entstehen, dann ist es nicht mehr wie ein „mit Samthandschuhen anfassen“. Dann ist es wirklich Fußball. Es gelingt wirklich schneller, als man denkt. Das ist eigentlich das Wichtigste: Diese Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, es auszuprobieren. Man macht sich als Erwachsener, als Außenstehender, meist mehr Gedanken als die Kinder und Jugendlichen selbst. Diese haben oft gar keine Berührungsängste. Deshalb ist es umso wichtiger, möglichst früh mit diesen Spielformen anzufangen. Denn ein Kind hat noch überhaupt keine Vorurteile, da ist alles ganz „normal“ in dem Sinne.

 

Auf‘m Platz: Eigene Erfahrungen mit Handicap-Fußball

Welche Arten von Handicap-Fußball haben Sie schon selbst ausprobiert?

Ich habe alle verschiedenen Formen mitgemacht, weil ich es wichtig finde, dass man das einfach auch selbst mal gespielt hat und in die andere Perspektive eingetaucht ist. Kürzlich habe ich Gehörlosenfußball ausprobiert. Es war insbesondere in Anbetracht der einzigartigen Kommunikation ein sehr interessantes Erlebnis. Man arbeitet mit Händen und Füßen und bemerkt sofort diese verbindende Sprache, diese Fußballsprache. Für mich war es eine spannende Erfahrung. Facetten, die ich bisher noch nicht spielen konnte, sind die die Formen des Rollstuhlfußballs, wie Wheel-Soccer oder E-Rolli-Fußball.

Wie ging es Ihnen, als Sie mit beim Blindenfußball mit Augenbinde gespielt haben?

Das war schon eine riesen Umstellung. Wenn man das selbst ausprobiert, merkt man, welch starke Leistung die Spieler bringen und welchen Respekt sie verdienen. Nach einer gewissen Zeit erkennt man kleine Fortschritte. Aber es ist natürlich schon schwierig. Vor allem, wenn man in die Zweikämpfe geht, dann kommt die Angst dazu. Man muss sich das erstmal trauen und den Mut haben, da einfach loszustürmen, wenn vor einem ein Abwehrspieler steht und quasi auf der Suche nach dem Ball auf dich eindrischt und dir auch mal gegen das Schienbein tritt. Man muss schon robust sein und das ganze aushalten können. Da kracht man schon mal gegen die Banden. Es ist ein äußerst körperbetontes Spiel.

Worin liegt der Unterschied zwischen Blindenfußball und Sehbehindertenfußball?

Zunächst mal muss ich dazu sagen, dass Sehbehindertenfußball noch ziemlich unpopulär in Deutschland ist. Beim Blindenfußball werden die Augen der Spieler komplett abgedunkelt, auch, wenn sie einen sehr geringen Sehrest haben. Sie spielen mit einem Ball, der rasselt und orientieren sich so anhand ihres Gehörsinns. Beim Sehbehindertenfußball hingegen werden die Augen nicht verbunden. Der Ball rasselt nicht und ist einfach farbig – so, wie man sich einen Ball vorstellt, mit dem im Winter im Schnee gespielt wird. Im Blindenfußball gibt es eine Bundesliga. Gespielt wird hier 2 x 25 Minuten auf einem Feld mit Banden. Es gibt 4+1 Spieler und der Torwart ist sehend. Er hat nur einen kleinen Strafraum, in welchem er bleiben muss. Der Torhüter ist sehr, sehr wichtig, weil er die Abwehr dirigiert. Zudem gibt es sogenannte Guides. Das beginnt beim Torwart. Zusätzlich hat jedes Team noch einen Guide, der das Geschehen im Mittelfeld dirigiert und vor dem gegnerischen Tor gibt es einen Guide, der letztendlich den Offensivspielern hilft, indem er ihnen zuruft.

In Brasilien beispielsweise spielen sehr viele Amputierte Fußball. Gibt es in Deutschland die Möglichkeit für Amputierte, mit ihresgleichen zu spielen?

Ja, die gibt es. Aktuell gibt es in Deutschland vier Trainingsstandorte sowie eine deutsche Auswahlmannschaft, welche unser Land bei internationalen Turnieren vertritt.

Welche Erfahrungen haben Sie – vor allem mit der Kraft – im Amputiertenfußball gemacht?

Die physische Belastung ist sehr hoch. Die Anstrengung für den Oberkörper, insbesondere für die Oberarme, ist enorm. Aber auch für das eine Bein, mit welchem man spielen und sich immer vom Boden wegdrücken muss. Physisch ist die Sportart wirklich äußerst anspruchsvoll.

Wenn ein Verein Interesse hat, ein Handicap-Fußball-Team zu gründen: Wie soll er am besten vorgehen, an wen soll er sich wenden?

Am besten ist es, wenn sich die Klubs als Erstes an die Inklusionsbeauftragten der Landesverbände wenden. Diese dienen als Ansprechpartner, können vernetzen und praxisnahe Tipps zum Aufbau einer Handicap-Mannschaft geben. Zudem können die Vereine auch bei Teams aus ihrer Region vorbeischauen, um sich direkt vom Handicap-Fußball begeistern zu lassen. Eine Liste dieser Teams findet man in der Handicap-Börse auf dfb.de.

Waren es eher einzelne Spielerinnen und Spieler, die sich bei Ihnen gemeldet haben, oder die Vereine?

Das war ganz unterschiedlich. Wenn Vereine auf mich zugekommen sind, dann war es meistens so, dass schon Berührungspunkte vorhanden waren. Das heißt, dass beispielsweise ein Vater eines Kindes mit Behinderung schon in einem Verein war, und dessen Kind Fußball spielen wollte. Dann wollte der Vater, dass das Kind in seinem Club spielt und hat mich deshalb kontaktiert. Manchmal war es auch so, dass wir für Spieler/-innen bei den Vereinen angerufen haben, weil es doch anders auf unerfahrene Vereine wirkt, wenn der Verband anruft.

 

Trainerfortbildung zu Handicap-Fußball

Könnten Sie bitte einen kleinen Ausblick bzgl. der kommenden Monate geben?

Im Juni (vom 20.-22.6.; Anm. von Lisa Schatz) findet in der Sportschule Oberhaching eine Fortbildung für Trainer im Handicap-Fußball statt. Das ist schon eine kleine Besonderheit und zugleich ein riesen Schritt. Die Fortbildung ist für alle Trainer im BFV als Lizenzverlängerung anrechenbar. Weiteres dazu erfahren sie bei meiner Nachfolgerin, Kristina Höhn, deren Kontaktdaten auf der Internetseite des Bayerischen Fußball-Verbandes zu finden sind. Außerdem findet am 26. Mai ein Inklusionsturnier in der Allianz-Arena statt, was eine Leuchtturmveranstaltung für den gesamten Handicap-Fußball in Deutschland darstellt.

Gibt es eine Botschaft, die Sie den Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben wollen?

Ich möchte ihnen auf jeden Fall gerne mitgeben, dass sie sich in ihrer Umgebung über Möglichkeiten des Handicap-Fußballs informieren sollten. „Schaut, wo gespielt wird und seht wirklich mal zu. Und dann bin ich mir sicher, dass ganz viele von euch ein Stück weit angefixt werden, begeistert sind und sich engagieren wollen. Da merkt man einfach die ehrliche Freude am Sport und man sieht den Fußball, wie er leibt und lebt. Das sollte wirklich jeder einmal machen.“

Vielen, vielen Dank für das Interview.

Gerne.