Interview mit Sportreporter Armin Wolf

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Armin Wolf moderierte den MZ-Einsteigertriathlon 2016 in Regensburg. Foto: Schatz

Darf ich vorstellen? Armin Wolf, 55 Jahre, Sportreporter mit Leib und Seele. Deshalb auch bekannt als „die Sportstimme Ostbayerns“. Er kommentiert, moderiert und organisiert die unterschiedlichsten Sportveranstaltungen. Hauptsächlich kennen ihn die Hörerinnen und Hörer durch seine Eishockey-, Fußball- und Judo-Liveübertragungen. Da Armin Wolf sehr vielseitig im Einsatz ist, hatte er im Interview viel zu erzählen und gibt dadurch einen umfassenden Einblick in seine Arbeits- und Sportwelt. Noch vor seinem Start beim Regensburger Leukämielauf am Sonntag erklärt er hier, wie er zum Radio gekommen ist, was ihn dazu bewogen hat, Anfang August 3,8 km zu schwimmen und welche sozialen Projekte er gemeinsam mit seinem Laufteam unterstützt…

Herr Wolf, bitte erzählen Sie zunächst mal, wie Ihre Sportbegeisterung allgemein entstanden ist.

Ich war schon als kleines Kind total von Sport fasziniert. Mein Vater hat mich im Alter von fünf Jahren zu einem Auswärtsspiel des SSV Jahn Regensburg in Weiden mitgenommen. Das waren damals absolut zugkräftige Spiele, 14.000 bis 15.000 Zuschauer waren keine Seltenheit. Wir haben das Spiel 3:0 gewonnen. Alle Regensburger haben gesungen: „Hihaho, Weiden ist k.o.“. Bei uns zu Hause wurde immer über Fußball, über Sport gesprochen. Wir haben alle vier Jahre zu den Olympischen Spielen einen neuen Fernseher bekommen. Mit Zehn bin ich erstmals zu einem Eishockeyspiel gegangen: EV Regensburg gegen Fürstenfeldbruck. Seit diesem Zeitpunkt bin ich vom Eishockeyvirus infiziert. Schon mit elf, zwölf Jahren war ich alleine bei Auswärtsspielen dabei und bin nach Essen gefahren. Das galt damals als ungewöhnlich. Dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar, weil sich sonst nicht alles so entwickelt hätte.

Was genau hat Sie am Eishockey so stark begeistert?

Die Schnelligkeit, die Stimmung im alten Eisstadion an der Nibelungenbrücke. Als ich zehn, elf Jahre alt war und die Leute ihre Sterndlwerfer (Wunderkerzen) ausgepackt haben und alles in einen Lichterglanz gehüllt war – das war einfach toll!

Wie Armin Wolf zum Radio kam

Wie ist es dann dazu gekommen, dass Sie Sportreporter geworden sind? Sie haben ja auf Lehramt studiert…

Genau. Schon am Ende meiner Schulzeit habe ich für die Mittelbayerische Zeitung gearbeitet und Spielberichte über die unteren Klassen geschrieben. Damals lief das Ganze noch über ein Telefon in der Sportgaststätte (lacht). Ich saß im Büro im Verlagsgebäude und habe von dort aus in der Sportgaststätte angerufen. Mir wurde dann z. B. gesagt, dass 150 Zuschauer beim Spiel zwischen Barbing und Illkofen seien, der Huber und der Meier das 1:0 und 2:0 geschossen hätten und Barbing überlegen sei. So habe ich für zwei Klassen die Berichte geschrieben – mit der Schreibmaschine (lacht erneut). Diese wurden nochmal gegengelesen, ehe sie veröffentlicht wurden. Damals war ich zwischen 18 und 22 Jahre alt. Als die Lokalradios entstanden sind, habe ich den TV Hemau trainiert. Bei Radio Donauspatz wurden damals eine Woche lang Ortschaften vorgestellt und an den Samstagen wurde in der Sportsendung über den Sport in diesen Ortschaften gesprochen. Als Trainer war ich an einem Samstag Studiogast und am Sonntagmorgen rief mich der damalige Chef Eberhard Rosenhauer an und meinte: „Du konntest so gut reden, wir brauchen dringend freie Mitarbeiter“.

Welche waren Ihre ersten Aufgaben?

Mein erster Auftrag war – ich hatte mir ein altertümliches Aufnahmegerät mit Kassette abgeholt – nach Schwandorf zu fahren und dort Dettmar Cramer zu interviewen. Das muss man sich so vorstellen, als würden Pep Guardiola oder Jupp Heynckes nach Schwandorf kommen. Ich erklärte ihm gleich: „Herr Cramer, ich sag‘ es Ihnen ganz ehrlich: Ich bin total aufgeregt, ich habe schweißnasse Hände. Das ist mein erstes Interview“. Er antwortete daraufhin: „Machen Sie sich keine Sorgen, wir bekommen das hin. Sie müssen nur schauen, dass das Gerät läuft, denn das kann ich nicht“. Immer, wenn ich ihn später im Fernsehen gesehen habe, musste ich an dieses Interview denken. Eine Woche später wurde mir beim Radio erzählt, dass ein Anschluss ins Jahnstadion gelegt worden sei. Mir wurde das Telefon in die Hand gedrückt und gesagt, dass ich mich zehnmal melden solle. Also von wegen Rhetorikkurs, Sprachkurs, Ablauf… Es hieß einfach nur: „Mach das so wie die Reporter bei Bayern 1“. So ging’s los.

Welche Eigenschaften finden Sie in Ihrem Beruf am Wichtigsten, was sollte man draufhaben?

Als Sportreporter/-in braucht man natürlich eine große Liebe zum Beruf, weil die Arbeitszeiten grausam sind. Da braucht man ein verständnisvolles Umfeld, eine verständnisvolle Familie und vor allem eine/-n verständnisvolle/-n Partner/-in. Damals wie heute, finde ich, sind Ehrlichkeit und Respekt wichtig. Mit dem Respekt ist es vielleicht ein bisschen abwärts gegangen, auch bei den Sportlern. Das merke ich oft. Allerdings – das mag jetzt kurios klingen – je älter ich werde, umso mehr geht es damit wieder aufwärts. Ich werde jetzt eher als ein älterer Herr betrachtet, der das alles schon viel länger macht, als sie überhaupt auf der Welt sind. Ich habe das kürzlich im Interview mit Marvin Knoll (Spieler des SSV Jahn Regensburg; Anm. von Lisa Schatz) gemerkt. Als ich ihm gesagt habe, dass ich schon seit 29 Jahren für das Radio arbeite, hat er mich mit großen Augen angeschaut. Aber insgesamt ist es seit zehn, zwölf Jahren – vor allem bei den Fußballprofis – nicht mehr so wie früher.

Ein/-e gute/-r Radioreporter/-in schafft es, „jemandem, der mit einer Erkältung in der Badewanne sitzt, das Gefühl zu geben, er sei live in der Donau-Arena“

Zudem sollte man über einen großen Sprachschatz verfügen. Ich bin heute noch dankbar für mein Studium und die vielen Bücher, die ich gelesen habe. Man braucht natürlich Fachwissen, das ist ganz klar. Man braucht das Talent, dass man jemanden, der am Freitag um 20:45 Uhr in der Badewanne sitzt, das Gefühl vermittelt, dass er eigentlich live in der Donau-Arena dabei ist. Eigentlich sitzt er auf seinem Platz, auf dem er nicht ist, weil er mit einer dicken Erkältung daheim liegt.

Und als Lokalreporter/-in braucht man – sei es Fernsehen oder Radio – die nötige Begeisterungsfähigkeit und den Enthusiasmus, den man jetzt nicht zeigen kann, wenn man für das ZDF arbeitet und der FC Bayern gegen Borussia Dortmund spielt. Aber wenn der EVR gegen Weiden spielt und ich für Charivari arbeite, dann darf ich einfach jubeln, wenn der EVR ein Tor schießt und darf weinen, wenn Weiden trifft.

Armin Wolf als Sportler

Dann kommen wir zu Ihnen als Sportler. 2015 sind Sie erstmals beim Berlin Marathon gestartet, in diesem Jahr waren Sie erneut dabei. Inwieweit hatten Sie vorher schon Lauferfahrung?

Den ersten Marathon bin ich vor 21 Jahren in Regensburg gelaufen. Zwei Jahre später war ich beim Charivari-Schlauch-Marathon dabei. Danach bin ich in Regensburg noch einige Halbmarathons gelaufen. Nachdem ich 2000 den Hitzemarathon ins Ziel geschafft habe – mehr tot als lebendig – bin ich nicht mehr gestartet, bis es 2015 in Berlin wieder an den Start ging.

Wieso wollten Sie im vergangenen Jahr ausgerechnet in Berlin laufen? Was hatte Sie dazu motiviert und wie sind Sie an das ganze herangegangen?

Ein ganz enger Freund von mir hatte mir völlig unvermittelt eine SMS geschickt: Er überlege, am Berlin Marathon teilzunehmen, da er den zehn Jahre zuvor schon einmal gelaufen sei. Daraufhin habe ich mit meiner Frau gesprochen und wir haben beschlossen, dass ich mitlaufe. Ich habe meine Kontakte spielen lassen und zunächst bei Herrn Dr. Frank Möckel im Rückenzentrum eine Leistungsdiagnostik gemacht. Daneben habe ich mir von Ernährungsexperte Sebastian Koschel Trainingstipps geholt.

Was war das Wichtigste? Wie lief die Koordination von Trainingsplan und Ihren vielen Terminen als Sportreporter?

Das war das Schwierigste. Ich konnte keinen Trainingsplan einhalten – weder den von Herrn Dr. Frank Möckel noch den von Sebastian Koschel. Das war unmöglich. Als ich den ersten richtigen Härtetest gemacht habe, dachte ich: „Das schaff‘ ich nie. Das schaff‘ ich nie, nein“. Nach sechzehn Kilometern bin ich das erste Mal stehen geblieben und dachte mir: „Armin, jetzt musst du Gas geben, sonst schaffst du das nicht!“.

Dann habe ich mich in kürzester Zeit mit schnellen und langen Läufen fit gemacht. Die weiteste Strecke, die ich dann irgendwann am Stück zurückgelegt hatte, war aber nur 29,30 Kilometer lang. Das war nicht die optimale Vorbereitung. Aber was mir geholfen hat: Ich war eine Woche vor dem Marathon beim mehrfachen Ironman-Teilnehmer  Ludwig Eglmeier. Er meinte, dass das zu schaffen sei. Ich müsse einfach Disziplin halten, dürfe das Ganze nicht zu schnell angehen und das Wichtigste sei das Essen und Trinken. Er hat mir viele von seinen Gels mitgegeben. Ich habe beim Marathon nach 30 Kilometern erstmals überlegt, ob ich mein Tempo erhöhe. Ich war gut in der Zeit, habe das dann aber nicht gemacht, weil ich nicht völlig entkräftet ins Ziel kommen wollte. Nach 38 Kilometern bin ich zum ersten Mal gegangen. Auch dafür hatte ich einen Schlachtplan: Wie gehe ich, in welchem Rhythmus? Ich bin im Wechsel 28 Schritte gegangen und 28 gelaufen. Meine Gesamtzeit betrug letztendlich 5:17:26 Stunden.

Wie war die Stimmung auf der Strecke?

Sensationell! Nach offiziellen Angaben waren 1,1 Millionen Zuschauer auf der Strecke. Du bist in Berlin keinen Kilometer alleine. Mir war klar, dass ich kämpfen muss, also wusste ich, dass ich mentale Unterstützung brauche. Der Name steht ja auf der Startnummer, weshalb ich diese so platziert habe, dass alle Zuschauer meinen Namen sehen konnten. Sie haben mich dann ohne Ende angefeuert. Die Atmosphäre war grandios. Das einzig negative war, dass ich im Ziel meine Frau zunächst nicht mehr gefunden habe.

Schwimmbrillenersatz: „Ungewohnt. Dunkler. Drückender.“

Jetzt schwenken wir zum Challenge Regensburg. Sie waren in diesem Jahr als Schwimmer in der Medienstaffel dabei. Wie ist Ihr Team auf die Idee gekommen, teilzunehmen? Wie haben Sie trainiert?

Die Idee kam von mir. Ich dachte, wir könnten als Unterstützung für den Challenge eine Medienstaffel gründen. Deshalb habe ich mit Claus Wotruba von der Mittelbayerischen Zeitung und mit Evi Reiter, die für TVA moderiert, gesprochen. Evi ist eine gute Läuferin, Claus meinte, er könnte nur Rad fahren. Somit ist für mich der Schwimmpart übrig geblieben. Ich habe während meines normalen Schwimmtrainings mit meiner Trainerin geredet. Sie meinte, ich sei verrückt – fügte aber an, dass wir das Training auf weitere Strecken umstellen könnten. Bis dato war die weiteste Strecke, die ich am Stück geschwommen bin, 1,6 Kilometer lang. Da hatte ich immer auf die kleine Distanz für den Triathlon trainiert. Danach bin ich immer um die 2 Kilometer geschwommen. Zwei Wochen vor dem Challenge habe ich im Guggenberger See unter Wettkampfbedingungen trainiert. Kurze Zeit später bin ich beim Triathlon in Regensburg gestartet und habe eine meiner schlechtesten Leistungen abgeliefert. Das war ein absolutes Fiasko und ich wusste, dass bis zum Challenge nur noch eine Woche Zeit ist. Ich habe mich bei 500 Metern in der Donau katastrophal präsentiert. Am Dienstag bin ich 25 Minuten im Guggi geschwommen, um Sicherheit zu bekommen. Am Donnerstag bin ich 1,6 Kilometer geschwommen und habe meine Schwimmtasche stehen lassen. Da war meine Schwimmbrille drin. Somit musste ich am Sonntag beim Challenge mit einer anderen Schwimmbrille ins Wasser gehen. Wir haben diese am Samstagabend 25 Minuten lang umgebaut. Ungewohnt. Dunkler. Drückender. Mit so einem Nasenbügel, welchen ich ja überhaupt nicht mag (verzieht das Gesicht). Somit war der erste Schrecken am Sonntag schon mal: „Wie verkrafte ich die Schwimmbrille?“. Ich hab erstmal den Kopf ins Wasser getaucht und gemerkt, dass das klappt. Im Nachhinein ist meine Tasche wieder aufgetaucht…

Spenden in Höhe von rund 65.000 Euro für soziale Projekte

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Im Juni 2016 startete das Armin Wolf Laufteam beim Mühlbauer Lauf in Roding für den guten Zweck. Foto: Tanja Scholz

Jetzt kommen wir auf das „Armin Wolf Laufteam“ zu sprechen. Was ist dessen Hintergrundgedanke und wie setzt sich das Team zusammen?

Beim ersten MZ-Landkreislauf wurde ich als Moderator und Helfer der ersten Stunde verpflichtet und wollte etwas zurückgeben. Meine Frau hatte den Einfall, mit einem eigenen Team anzutreten. Wir haben mit unserem Freund Ludwig Eglmeier von der IRON Trizone gesprochen und er hat das Team zusammengetrommelt. Er führte an, dass Trikots schön wären. Für die Trikots brauchten wir Sponsoren. Wir hatten die Idee, dass wir etwas für den Benefizgedanken der Veranstaltung tun könnten. Das war die Geburt des „Armin Wolf Laufteam“. Damals waren wir zehn Sportler. Bei dieser Veranstaltung haben wir 1.000 Euro gespendet. Alle waren begeistert und haben gefragt: „Warum nur einmal?“. Die Anzahl der Sponsoren wurde größer und sie haben mehrfach angefragt, sodass wir bei mehreren Läufen starten konnten. Wir hatten von Anfang an auch immer einen Fotografen und ein Filmteam dabei. Inzwischen haben wir ein Team von 27 Damen und Herren sowie auch eine Nordic Walking-Sparte. Diese besteht aus einem Mann, Vize-Europameister Wolfgang Scholz. Vor einem Jahr haben wir das „Armin Wolf Laufteam Future“ gegründet, welches aus Kindern besteht, die zwischen zweieinhalb und zwölf Jahre alt sind. Nächstes Jahr würde ich gerne eine Kindertriathlon-Mannschaft gründen. Insgesamt konnten wir inzwischen um die 65.000 Euro an Geld- und Sachspenden zusammenbringen. Das freut mich, weil wir dadurch schon viel bewirken und vielen Menschen helfen konnten. Ein Beispiel ist der Bau eines behindertengerechten Bads.

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Armin Wolf (Mi.) und seine Frau Alexandra (1. v. re.) mit den Kindern des „Armin Wolf Laufteam Future“, die die Challenge-SiegerInnen ins Ziel begleiteten. Foto: Schatz

-> COMING SOON… Im zweiten Teil des Interviews (erscheint am 14.10.) erzählt Armin Wolf von seinen beeindruckendsten Momenten als Sportreporter. Außerdem spricht er darüber, wie sich die Zusammenarbeit der Sportvereine mit der Presse verändert hat. Und er erklärt, weshalb er sich so stark im sozialen Bereich engagiert und geht dabei verstärkt auf zwei Aktionen ein… Das Warten lohnt sich!

Impressionen vom Klosterpforten Cup 2016

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Die Nationalmannschaft der Deutschen Post überreichte einen Scheck in Höhe von 500 Euro für den guten Zweck. Foto: Schatz
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Giovanni Federico (Mi.) wurde Torschützenkönig. Foto: Schatz
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Das Traditionsteam von Schalke 04 wurde Zweiter. Foto: Schatz
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Auch die Schiedsrichter erhielten eine Erinnerung. Foto: Schatz
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Fokussierte Schalker während des Finalspiels. Foto: Schatz
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BVB-Legende Frank Mill und sein Team waren während des Finalspiels gegen Schalke höchst konzentriert. Foto: Schatz
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Nach dem Spiel führte er ein lockeres Gespräch mit den Schalkern. Foto: Schatz
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Diese Jungs nutzten die Pause zum Kickern. Foto: Schatz
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Mario Neunaber (2. v. li.) und seine Teamkollegen klatschten mit Francis Bugri (Mi.) ab. Wenige Meter weiter klopfte Thomas „Icke“ Häßler (1. v. re.) einem Dortmunder auf die Schulter. Foto: Schatz
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Auch die Schiedsrichter waren gut gelaunt und freuten sich über die größtenteils fairen Spiele. Foto: Schatz
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Ansgar Brinkmann (li.) und David Odonkor (re.) in ihrem Element. Foto: Schatz
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Olaf Thon (re.), Weltmeister von 1990, und „Bachelor“ Paul Janke waren begeistert vom Klosterpforten Cup 2016. Foto: Schatz
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Neben dem Benefizcharakter stand der Spaß am Turniertag im Vordergrund. Foto: Schatz
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BVB-Legende Frank Mill mit dem Siegerpokal. Foto: Schatz
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Francis Bugri freute sich über den Turniersieg. Foto: Schatz
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Was die Großen können, können die Kleinen auch… Kreisbildung des TuS Friedrichsdorf. Foto: Schatz
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Wie die Profis gingen die Nachwuchskicker engagiert in die Zweikämpfe. Foto: Schatz
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Die F-Junioren des 1. FC Isselhorst gewannen den Kids Cup und jubelten. Foto: Schatz
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Aggelos Lakos (1. FC Isselhorst) mit dem Pokal des Kids Cup. Foto: Schatz
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Wer noch seine Fußballschuhe sucht, der möge bitte an der Rezeption nach ihnen fragen… 🙂 Foto: Schatz

Ex-Profis, Spaß am Fußball und ein guter Zweck: Das war der Klosterpforten Cup 2016

Benefizturnier. „Schöner kann’s eigentlich nicht sein“, lautete das Fazit von Reinhold Frie, Gründer des Klosterpforten Cups und Inhaber des Hotel Residence Klosterpforte, nach dem Finale des gestrigen Turniers. Zur 14. Auflage des Klosterpforten Cups fanden sich 32 Firmen- und Traditionsmannschaften in Marienfeld ein, um für den guten Zweck zu spielen. In die Veranstaltung war zudem der Kids Cup eingebettet, wo die Nachwuchskicker auf den Spielfeldern neben den Profis ihr Können unter Beweis stellten. Rund 3.000 Zuschauer kamen und warfen ein Auge auf die drei anwesenden Weltmeister von 1990, viele weitere Ex-Profis und Nachwuchstalente…

 

Zur Entstehungsgeschichte des Turniers und kleinen Neckereien zwischen dem BVB und Schalke 04

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Turnierinitiator Reinhold Frie (Mi.) und Organisator Max Wichelmann (li.) waren rundum zufrieden mit dem Turnierverlauf. Paul Janke (re.) bedankte sich bei ihnen. Foto: Schatz

Den Klosterpforten Cup hat Frie ins Leben gerufen, weil er „etwas zurückgeben wollte. In meinem zweiten Lebensjahr habe ich unter Asthma gelitten, weshalb meine Eltern mit mir in Münster und sehr oft in Bethel waren. Später habe ich immer wieder daran zurückgedacht und überlegt, wie ich mich dort für den guten Zweck engagieren kann. So kam mir schließlich die Idee, ein Fußballturnier durchzuführen“. Blickte man in die Gesichter der Zuschauerinnen und Zuschauer, so sah man sofort, dass alle begeistert von dieser Idee waren. Bei gutem Feiertagswetter und spannenden Spielen sowie einem kleinen Rahmenprogramm war für Jung und Alt etwas dabei.

Natürlich wollte jedes Team gewinnen, jedoch rückten die Ergebnisse in den Hintergrund. Gekickt wurde schließlich für den guten Zweck: Sämtliche Erlöse gehen an das „Kinderhospiz Bethel, das Städtische Krankenhaus und an die Aktion Kinderträume von Frau Tönnies“, so der Turnierorganisator Max Wichelmann. Das Finale zwischen den Traditionsteams von Borussia Dortmund und Schalke 04 war natürlich dennoch ein großer Publikumsmagnet. Die beiden Mannschaften aus dem Ruhrgebiet schenkten sich nichts. Auch kleine Sticheleien an der Seitenlinie blieben nicht aus. Als ein Ex-Profi den Ball über den Zaun schoss und kein Ersatzball in Sicht war, rief Frank Mill einem Schalker Kumpel zu: „Haste die ganzen Bälle schon wieder eingepackt und mit nach Hause genommen?“. Der scherzte zurück, „ja, klar“, woraufhin die BVB-Legende meinte: „Ja, dat kenn ich ja von dir!“. Beide lachten.

 

Borussia Dortmund und Schalke 04: Wenn Feinde Freunde sind…

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Fußball verbindet: Günter Breitzke (li.) und Rüdiger Abramczik (re.) lachen gemeinsam.  Foto: Schatz

Nach dem Spiel wurde noch geplaudert, die Dortmunder klatschten mit den Schalkern ab und sie lagen sich teils in den Armen. Auch, wenn „das Finale knapp verloren“ wurde, weil „der BVB einen Tick besser war“, freute sich Olaf Thon darüber, „wieder dabei sein zu dürfen. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht“. Der Weltmeister von 1990 fügte hinzu, dass er es klasse fände, „dass das ein Turnier für eine bzw. mehrere gute Sachen ist“. Zudem war er mit dem zeitlichen Ablauf rundum zufrieden: „Was die Terminplanung und die Organisation betrifft: Perfekt! Gerade bei 32 Mannschaften, dass das alles zügig abläuft – wir haben um 10 Uhr angefangen und sind jetzt vor 16 Uhr mit dem Finale fertig – das ist phänomenal. Ein großes Kompliment an die Veranstalter und an alle Mannschaften! Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei“. Darüber hinaus wurden die Spieler selbst genauso gelobt. Schiedsrichter Leon Thumel bemerkte, dass „die Partien natürlich überwiegend fair waren. Die Spieler waren sehr engagiert, hatten Spaß an der Sache, wussten, dass es um eine gute Sache geht und haben sich auch alle an die Regeln gehalten“.

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Olaf Thon (re.) nahm sich nach dem Finale Zeit für meine Fragen. Foto: ein freundlicher Zuschauer

Die Partie, die neben dem Endspiel die meisten Zuschauer anzog, war die des BVB gegen die VDV (Vereinigung der Vertragsfußballspieler). Das lag wohl unter anderem an David Odonkor, mit dem die Borussen einen Spieler in ihren Reihen hatten, den viele Fans noch von der WM 2006 kennen. Auch er hatte einen „riesen Spaß. Ich habe viele alte Mit- und Gegenspieler wiedergesehen, wir haben Freude am Fußball. Und es ist immer gut und schön, wenn man etwas für den guten Zweck machen kann“. Für die VDV traten zudem Thomas „Icke“ Häßler, Weltmeister von 1990, und der „Bachelor“ Paul Janke an. Janke, der acht Jahre lang für die Jugend und die Zweite des FC St. Pauli spielte, sagte: „Für mich ist es immer eine Ehre, mit den ehemaligen Großen zusammenzuspielen. Fußball war mal mein Leben, ich wollte damals Fußballprofi werden“ und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Da die Ex-Profis, die hier sind, schon alle etwas älter sind, kann ich da ganz gut mithalten“.

 

Große Begeisterung beim Kids Cup

Es gab viele sehr positive Stimmen zum Turnier. Aber nicht nur der Klosterpforten Cup, auch der vom FC Gütersloh 2000 organisierte Kids Cup, war ein voller Erfolg. Seit drei Jahren ist das Kinderturnier in den Klosterpforten Cup eingebettet. Frie stellte die Plätze, die Tore und die Technik zur Verfügung. Dass die Teilnahmeplätze äußerst begehrt waren, zeigte die schnelle Rückmeldung der Teams: „Innerhalb von vier Wochen hatten wir alle 16 Teams zusammen. Es sind viele positive Wiederholungstäter dabei. Schon jetzt haben wir von einigen gehört, dass sie im nächsten Jahr wieder hier sein wollen“, verkündete Michael Starke, Jugendkoordinator des FC Gütersloh 2000, und fügte hinzu: „Was für die Trainerinnen und Trainer toll war, war natürlich die Players Night am Vortag, zu der sie von uns eingeladen wurden“. Um die 1.000 Leute hatten sich dort zu einem Get-together zusammengefunden.

Gespielt wurde – wie auch in der Meisterschaft vergangene Saison – nach den Fairplay-Regeln. Dies lief laut Trainerin Enisa Alikadić (SCE Gütersloh) schon sehr gut: „Die Kinder setzen das inzwischen ziemlich toll um. Man muss es ihnen nur genau erklären“. Ihre F-Jugend war im Vorfeld des Turniers voller Vorfreude: „Die Kinder waren gar nicht zu bremsen, als wir erneut eine Einladung erhalten haben. Sie meinten: ‚Das war so cool da, da wollen wir wieder hin!‘. Es ist natürlich klasse für sie, dass sie danach die Möglichkeit haben, die Ex-Profis zu sehen. Sie haben viel Spaß dabei“. Doch auch einige der ehemaligen Fußballprofis nutzten die Gelegenheit, beim Kinderturnier vorbeizuschauen. Einer von ihnen war Ex-DSC-Profi Thomas Stratos. Er erzählte lachend: „Wenn man bei uns zuguckt, herrscht schon eine gewisse Ruhe. Bei den Kindern ist es sehr unruhig, es ist jede Menge los und es gibt ein riesen Geschrei. Mir hat es großen Spaß bereitet, dort zuzusehen. Nett gemacht. Einfach schön“.

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Das F-Jugendteam des SC Eintracht Gütersloh hatte großen Spaß beim Kids Cup. Foto: Schatz

Lauscht man den Stimmen der Kinder, so hat es auch ihnen äußerst gut gefallen. Vor allem natürlich dem Siegerteam des 1. FC Isselhorst. So hatte F1-Junior Aggelos Lakos „richtig viel Spaß. Das schönste Spiel war das letzte. Das war richtig cool. Am besten war, dass wir gut zusammengespielt und viele Tore geschossen haben“. Doch wer glaubte, die Kleinsten wären nicht genauso ehrgeizig wie die Profis in den Wettkampf gegangen, der irrte. So forderte Oskar Sehler, Torhüter der F-Jugend des SCE Gütersloh, dass sich seine „Mannschaft noch mehr anstrengen muss“ und seine Teamkameradin Leonie Kowalske verlangte, dass „einige von uns noch mehr abspielen“.

Alles in allem war der Klosterpforten Cup 2016 ein durchweg gelungenes Turnier, dessen „Zusammensetzung man woanders nicht bekommt“, so der zufriedene Organisator Max Wichelmann. Das Rahmenprogramm rundete die top organisierte Veranstaltung ab: Während sich einige Eltern an den Essens- und Getränkeständen stärkten, konnten sich ihre Kinder auf der Hüpfburg austoben, schminken oder ihre Schussgeschwindigkeit messen lassen.

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